Babytreff

"Einfach spitze, dass du da bist"

Interview von Inge Himmelfreundpointner
mit Gabi Schuller - Oktober 2015

Seit wann gibt es den Babytreff und wie kam es dazu?

Im Jahr 1997 sind Hellmut und ich mit unserem damals einjährigen Felix von Linz nach Wallern gezogen. In Linz-Süd gab es einen Babytreff, den ich regelmäßig mit Felix besuchte. Da es in Wallern noch keine Kleinkindspielgruppe gab, konnte ich Gerda Krämer, die ich recht bald kennenlernte, von der Idee begeistern. Wir haben uns sofort an die Planung gemacht und die Umsetzung ließ nicht lange auf sich warten. Gemeinsam mit zwei Nachbarinnen haben wir im Herbst den überkonfessionellen Wallerner Babytreff gegründet.

Wie oft und wo trefft ihr euch?

Wir treffen uns jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat am Vormittag im Gemeindezentrum. Eingeladen sind Mütter oder Väter mit ihren Kleinkindern (0 – 3 Jahre) vormittags im evangelischen Gemeindezentrum. Wir spielen, singen und tauschen uns bei Kaffee oder Tee und Kuchen aus.

Wie viele Familien nehmen dieses Angebot in Anspruch?

Durchschnittlich tummeln sich 15 bis 30 Personen im Gemeindesaal, wobei normaler Weise etwas mehr Kinder als Eltern dabei sind. Beim letzten Treff habe ich mich besonders gefreut, weil erstmals drei Männer teilnahmen; zugegeben, es waren zwei Väter und Flixi, der Gemeindezivildiener.

Spielen demografische Entwicklung oder politische Korrektheit eine Rolle?

Ja, auffällig ist, dass die Periode, in der die Kleinen zu uns kommen, immer kürzer wird. Das hat sicher mit dem Druck der Wirtschaft zu tun, der junge Mütter immer früher in die Arbeit drängt. Waren anfangs die Kinder bis zu vier Jahren im Babytreff, so sind es heute meist nur mehr ein bis zwei Jahre. Oft deshalb, weil alleinerziehende Mütter schon früh arbeiten gehen müssen. Natürlich gibt es Ausnahmen. So freuen wir uns über ein vierjähriges Mädchen, das noch immer unsere Gruppe besucht.

Wie kann man sich diese Babytreffs vorstellen?

Die Treffen dauern jeweils eineinhalb Stunden und beginnen gemütlich mit einem gleitenden Eintreffen, um ganz stressfrei anzukommen. Die Lieder und Spiele werden je nach Jahreskreis ausgewählt. So bereiten wir die Kinder zum Beispiel auf Ostern oder Weihnachtgen vor. Manchmal gibt es ein kleines Anspiel mit den zwei Handpuppen Piepsi und Erik, die über Lebensthemen wie Teilen oder Verzeihen philosophieren. Die Treffen dienen der motorischen, sprachlichen und sozialen Entwicklung der Kleinkinder.

Hast du ein Team um dich?

Leider nicht mehr. Wie gesagt haben wir zu viert begonnen. Das Team hielt vier Jahre lang, bis die beiden Nachbarinnen wieder arbeiten gingen. Gerda und ich waren ungefähr sechs Jahre zu zweit, dann schied Gerda aus, um sich mehr ihrem Krabbelgottesdienst widmen zu können. Tanja Hofer half mir die darauffolgenden vier Jahre und jetzt bin ich inzwischen schon ungefähr vier Jahre ohne Team. Unser Zivi hilft meistens und ist sehr beliebt bei den Kleinen. Tatsächlich wünsche ich mir wieder ein Team und freue mich über jede Hilfe. Ich lade alle Interessierten ein, die Kinder gern haben und sich alle zwei bis vier Wochen Zeit nehmen können, mich anzurufen.

Worüber freust du dich am meisten?

Wenn ich sehe, wie ehemalige Babytreff-Kinder in irgendwelchen Gruppen, Kreisen oder im Chor mitmachen. 

 

Kontakt:

Gabi Schuller
0680 335 1414
hellmut.schuller@gmail.com